Eckfeld

Eckfeld

Fremde, die nach Eckfeld kommen, werden immer wieder fragen: „Was ist das für eine Kirche, die da oben im Wald liegt? “ Dann werden die Eckfelder antworten: „Das ist unsere Pfarrkirche, das ist Buchholz.“ Die nächste Frage ist dann: „Wie kommt dann die Kirche in den Wald? “ Obwohl die Straße nach Buchholz dem Rang nach Kreisstraße ist, ist sie doch offensichtlich nur eine schmale Nebenstraße. Dennoch war der Ausbau des Weges nach Buchholz zur Kreisstraße eine merkliche Verbesserung. Könnten aber die Leute von früher antworten, dann hätten sie uns gesagt, daß Buchholz an ihrem Hauptweg nach Manderscheid liegt und beinahe genau zwischen den Filialorten Eckfeld und Pantenburg. Die Pfarrkirche in Buchholz ist also eine Mittelpunktskirche. Der Neubau des Kirchenschiffes im neugotischen Stil aus den Jahren 1904 — 06 hat die Pfarrkirche zum größten und geeignetsten Gottesdienstraum der Pfarrei gemacht. Der neutralen Ortslage, wie auch der romantischen Waldlage wegen und nicht zuletzt auch wegen der uns im Jahre 1967 gestifteten Orgel wird die Pfarrkirche gerne besucht. Die Pfarrei Buchholz wurde im Jahre 1805 errichtet. Ihre Filialen wurden von der Pfarrei Laufeld abgetrennt. In Buchholz bestand damals schon eine Kapelle. Es ist sogar von einer Erweiterung dieser Kapelle bereits im Jahre 1676 berichtet. Schließlich ist im Jahre 1396 zum ersten Male ein Hofgut in Buchholz erwähnt. Eckfeld aber besitzt eine Kapelle, deren gotisches Turmgewölbe auf eine noch frühere Zeit hinweist, wenn auch der Kapellenraum im Jahre 1882 erneuert wurde. Auch eine Glocke aus dem Jahre 1473 im Eckfelder Turm bezeugt alte Zeiten. Die Nothelferin Katharina war nicht immer die Patronin von Eckfeld.r

Schutzherr der alten Kapelle war der hl. Johannes der Täufer. Deshalb besteht nach wie vor die Absicht, in einer Broncefigurengruppe über dem Altar der Kapelle neben das Kreuz des Herrn die Blutzeugin Katharina mit dem Rad und den Verkünder des Gotteslamms Johannes treten zu lassen. Vielleicht finden sich in nächster Zeit Stifter, die diesen Plan verwirklichen helfen. Historisch ist Eckfeld ein Ort der ehemals luxemburgischen Grafschaft Manderscheid. Urkundlich wird Eckfeld durch einen Akt königlicher Lehensverleihung schon 973 erwähnt. So feiern wir, die wir heute im Jahre 1973 leben, mit gutem Grund die erfreuliche Tatsache, daß schon vor mindestens tausend Jahren Menschen auf diesem Flecken Erde gelebt, gearbeitet, gelacht und geweint haben. Es folgt eine Liste der Pfarrer von Buchholz von der Gründung der Pfarrei an bis heute:

1. Wendelin München 1805 – 36
2. Matthias Monshausen 1836 – 46
3. Vinzenz Bier 1846 – 54
4. Matthias Burgard 1856 – 71
5. Gerhard Tölkes 1871 – 90
6. Johann Weber 1891 – 1905
7. Augustinus Dahl 1905 – 43
8. Josef Veauthier 1943 -49
9. P. Placidus Rupprecht OSB 1950-57
10. Willfried Messbacher 1957 –

Kirchturm in Eckfeld um 1450

Das bisher dem Grafen Richarius als königliches Benefizium gegebene Gut „Ekkivelt“ gab Kaiser Otto 1. i. J. 973 dem Kloster Echternach (M. G. Di:pl. 1, Nr. 428. –Wampach, Echternach, 1, 2, Nr. 174). Der Ort gehörte später zu der Grafschaft Manderscheid. Von der spätmittelalterlichen, nach dem Visitationsregister v. J. 1475 (Trier. Archiv IX, S. 6) als zu Laufeld gehörigen Kapelle, (vgl. Schladt) steht noch der Turm, an den i.J. 1875 ein neues Schiff angefügt wurde.

Der Westturm (Fig. 18), ähnlich wie in Laufeld (s, d.) verteidigungsfähig, stammt a. d. Zeit um 1470 (s. u. Glocken). Geputzter Bruchsteinbau mit steinsichtiger Eckquaderung; das Hausteindetail von rotem Sandstein, sauber gearbeitet. Das Portal auf der Nordseite des gerade hochgehenden Turmes ist neu, zum zweiten Geschoß führt auf der Nordseite eine Tür mit flachbogigem: Abschluß in rechteckiger, gotisch profilierter Umrahmung. Von den Schallfenstern ist das westliche rundbogig gekuppelt; das nördliche und südliche spitzbogig mit Dreipaßendigung. Ober dem Hohlkehlgesims eine zurücktretende achtseitige Schieferpyramide v. J. 1843. Das vierte Geschoss war gewölbt, wie die Gewölbeabdichtung noch eigen. Die kreuzgewölbte Turmhalle mit Hohlkehlrippen auf Konsölchen, die mit Wappenschilden für die Leidenswerkzeuge Christi bereichert sind. Im Schlußstein des Gewölbes das Wappen von Manderscheid-Blankenheim. Der Durchgang zum Schiff spitzbogig, mit dreiflächiger Leibung.

Holzfigur des hl. Bischofs Eligius, 18. Jh, 72 cm hoch.

Zwei Glocken mit Schrift in gotischen Minuskeln, ein von 1471, die andere 1450:

1. Ave Maria gracia plena dominus tecum. Lucas Marcus Matheus Sanctus Johannes MCCCCLXXI.

2. Ave Maria gracia plena dominus tecum Lucas Marcus Matheus Sanctus Johannes Fides Spes Carita(s).

In die Kirchhofsmauer ist der obere Abschluß der Sakramentsnische aus der alten Kirche eingelassen; das Schiff war demnach mit dem Turm zusammen erbaut. Die noch in guter Gotik ausgeführte Arbeit zeigt einen krabbenbesetzten Kielbogen mit Wimpergen. Auf den freien Flächen ein Christuskopf ohne Nimbus, sowie Sonne und Mond, jetzt im Chor der Kirche eingemauert.

Das heutige Geläut besteht aus 4 Bronzeglocken, nachdem die kurz nach dem 2. Weltkrieg angeschafften Stahlglocken an eine Missionsstation in Afrika abgegeben wurden:

1. die Marienglocke — d — vom Jahre 1471

2. die Donatusglocke — h — mit der Inschrift: + In allen Wetternöten, bitte für uns +

3. die Johannes der Täufer-Glocke – a – mit der Inschrift:

+ Ich sage euch an die Heilige Zeit; Macht dem Herrn die Wege bereit*

(Gestiftet von Konrad Rademacher und Gemahlin)

4. Die Katharina-Glocke – fis — mit der Inschrift: + 0 Weisheit aus des Höchsten Mund, Die Du umspannst des Weltalls Rund Und alles lenkst mit Kraft und Rat, Komm, lehr uns Deiner Klugheit Pfad.+ (Gestiftet von der Gemeinde Eckfeld) Die 3 neuen Glocken wurden 1965 in Brockscheid gegossen.

Das Weihrauchfaß des Gozbertus, 12. Jh.

Das spätromanische Rauchfaß, ein vergoldeter Bronzeguß, wurde von einem Gozbert in Trier geschaffen. Gerühmt wird es als das bedeutendste und prächtigste Rauchfaß, das aus dieser Zeit erhalten ist.

Das Rauchfaß ist gestaltet wie eine romanische Kirche auf dem Grundriß eines griechischen Kreuzes. Die reichen pflanzlichen Ornamente und der Figurenschmuck verherrlichen, in Verbindung mit den Schriftbändern, das heilige Meßopfer. Die Büsten von Aaron, Moses und zwei Propheten zieren das untere Becken; die Giebel sind bekrönt mit Halbfiguren Abels, Melchisedechs, Isaaks und Jakobs. Die Spitze des Rauchfasses zeigt David, den König, auf dem Löwenthron. Auf dem Kettenhalter thront Christus, umgeben von den Reliefbüsten der Apostel Petrus, Paulus, Jakobus und Johannes.

Bei der bischöflichen Visitation entdeckte Weihbischof J. G. Müller 1847 das Weihrauchfaß in der Pfarrkirche zu Buchholz. Ein Jahr später, 1848, wurde das Rauchfaß des Gozbert vom Trierer Domkapitel gekauft. Die Akten über den Kauf befinden sich zu Trier im Domarchiv. Fasc. 133a.

Albert Paessens

RÖMISCHES:
Bei Eckfeld liegen auf Flur 13 die Grundmauern eines Gebäudes in einer Mulde. Mauerreste werden auch in den Distrikten „in Mauern“ und „Römerhöchst“ genannt. Fünfzehn Hügelgräber liegen im Distrikt „Bielenknopp“; in diesen wurden Topfscherben, Nägel und Leichenbrand gefunden. Drei bis vier Hügel im Distrikt „Forst“, wo eine Anzahl Glasringe gefunden sein sollen. Ein einzelner Grabhügel, 300 mit n. Eckfeld, wurde 1837 ausgegraben; man fand „eine Dolchscheide aus Bronze, einen eisernen Pfeil, ein Bronzegefäß und eine Silbermünze, angeblich des Caligula“ (Trier, Jahresb. X/XI, S. 31. — Ost, Kreis Daun, S. 134. — Archiv d. Ges. f. n. F., 1856, S. 34). Ein ähnlicher Tumulus, das „Pantenburger Tümmchen“, liegt auf der Höhe dicht am Weg von Buchholz nach Pantenburg. Ungeklärt sind noch die sog. „Hunnengräber“ im Wald zwischen Eckfeld und der Lieser, langgestreckte, etwa 6 Schritt lange und 3 Fuß hohe geostete Erdaufwürfe. In einem derselben wurde angeblich in 3 Fuß Tiefe ein kleiner Krug mit Asche gefunden (Ost, a. a. 0., S. 135).

FRÄNKISCHES:
Ein anscheinend fränkisches Grab wurde 1910 im Distrikt „Geisfuß“ am Pellener Berg gefunden. Es enthielt „menschliche` Gebeine, ein langes gerades Schwert und Teile eines Visiers, nämlich die Platte, welche das Gesicht schützte“.