Pfarrei-Bettenfeld

Bettenfeld

aus „Manderscheid“ Geschichte einer Verbandsgemeinde in der südlichen Vulkaneifel, von GünterHesse/Wolfgang Schmitt-Kölzer)

Die erste urkundliche Erwähnung des Namens Bettenfeld erfolgte in einer Urkunde aus dem Jahr 1177. Hierin bestätigt Papst Alexander III. dem Kloster Himmerod alle seine Besitzungen und Rechte. Darin heißt es (Übersetz. nach Karl Brückmann): „Von dem, was ihr bei dem Hof Rodebos besitzt, sollt ihr dem Pastor der Kirche Behtenvelt 6 Denare geben.“

Bettenfeld, Meerfeld und Eisenschmitt gehörten als Herrschaft Meerfeld zum Machtbereich Luxemburg. Kono von Malberch war mit dieser Herrschaft von Heinrich, Graf von Luxemburg, belehnt worden.
(Quelle: s. 1)

Die ersten Nachrichten über einen Pfarrer und demnach eine Kirche in Bettenfeld gehen ins Jahr 1157 zurück (MRUB I, Nr. 604) …. Bereits im Jahre 1372 war Bettenfeld Filiale von Oberkail. Nachdem die Quellen über 200 Jahre schweigen, erscheint Bettenfeld wieder als Filiale von Oberkail bei der Visitation im Jahre 1570 und hat einen eigenen Kaplan so wie alle Sakramente. Patron der Kirche in Bettenfeld ist Johannes der Täufer. (Quelle: s. 2)

1738 fand der visitierende Weihbischof Nalbach die Kirche schlechter als den Stall von Bethl

ehem…so dass er die Kirche mit dem Interdikt (Anmerk: Einstellung aller gottesdienstl. Handlungen) bedrohte, wenn nicht binnen 10 Monaten von den zuständigen Stellen diese Mißstände behoben würden. Bis 1746 war aber noch nichts geschehen. So bat Pastor Schlösser in einer Eingabe an den Erzbischof für die dringend notwendige Reparatur der Kirche das Kirchenvermögen angreifen zu dürfen, damit nicht noch der Turm und Schiff zusammenfalle, wie die Sakristei schon lange eingestürzt sei.

Bei der Visitation 1757 war die Kirche – wie lange befürchtet – zusammengefallen. Das Allerheiligste wurde im Schulhaus aufbewahrt, der Taufstein stand in Meerfeld und der ganze Pfarrdienst wurde in Meerfeld gehalten.

Im Juli 1762 wurden Bauplatz und Plan festgelegt und bereits am 3. November 1763 konnte die neue Kirche in Bettenfeld eingesegnet werden. Es war ein einfacher Barockbau mit drei Altären.

Die Kirche hatte drei Glocken, eine von 1430 und zwei von 1685.

Nach den Eintragungen des Pfarrers Joh. Bartz wurden 1925 drei Glocken angeschafft, die aber während des Krieges weggenommen wurden.

1947 wurde die alte Glocke von 1430 umgegossen und rief zum Gottesdienst bis 1951 durch die großzügige Unterstützung der Zivilgemeinde (und von Privatpersonen) drei neue Glocken mit elektr. Läutwerk angeschafft werden konnten. (Quelle: s. 3)

Herz-Jesu-Glocke -e- 1150 kg

„Dem Herzen Jesu allezeit
zu dienen hat man mich geweiht.
Sein Lob soll ich verkünden
und alle Menschen zu ihm bringen. Pfarrei Bettenfeld“

Marienglocke -g- 700 kg

„Maria ist der Name mein,
will Hüterin des Höchsten sein.
Sein Ruhm soll nimmermehr verhallen
solang auf Erden Menschen wallen. Pfarrei Bettenfeld“

Johannes-Glocke -a- 500 kg

„Johannes werde ich genannt,
ein Rufer bin ich für das Land.
Vor Hunger, Pest und Kriegsgefahren
soll gnädig uns der Herr bewahren. Pfarrei Bettenfeld“

Im Spätherbst 1952 konnte schließlich mit den Arbeiten für den Erweiterungsbau der Kirche begonnen werden. Am 27. Oktober 1954 wurden Hochaltar und Kirche von Bischof Dr. Matthias Wehr konsekriert.

Am 3. April 1966, Palmsonntag, erklang erstmalig die neu angeschaffte Orgel.

1989 schließlich begannen umfangreiche Renovierungs- und Umbaumaßnahmen an, in und um die Kirche. Die Arbeiten wurden 1994 abgeschlossen.

1997-99 wurde das alte Pfarrhaus von 1680 gleich neben der Kirche durch die Ortsgemeinde umgebaut und renoviert. (Quelle: s. 4)

(1) Günter Hesse/Wolfgang Schmitt-Kölzer „Manderscheid“ S. 542

(2) ebenda, S. 554

(3) ebenda, S. 555-558

(4) ebenda, S. 558-559