Oberscheidweiler

Oberscheidweiler

Die kirchliche Entwicklung

Nach den Visitationsprotokollen der Jahre 1475, 1569 und 1656 gehörte Oberscheidweiler als Filialort zur Pfarrei Wollmerath. Es war ein langer und beschwerlicher Weg, den die Einwohner von Oberscheidweiler bis zur Pfarrkirche Wollmerath zurücklegen mußten. Auch als im Jahre 1684 Niederscheidweiler nach hartem Ringen zur Pfarrei erhoben worden war, verblieb Oberscheidweiler weiterhin in der Pfarrei Wollmerath. Den Bewohnern war im Jahre 1715 lediglich das Recht zugestanden worden, die Messe in Niederscheidweiler zu besuchen. Als Gegenleistung mußten sie 4 Pfund Kerzenwachs und 2 Wagen Brennholz liefern.

(Prof. Dr. A. Heinz, Festrede, 300 Jahre Pfarrei Niederscheidweiler).

Bis zum Jahre 1775 verblieb Oberscheidweiler in der Pfarrei Wollmerath. Dann wurde der Ort der neuentstandenen Pfarrei Strohn zugeteilt. (F. Pauly, Landkapitel Kaimt-Zell, S 170)

Erst nach 1810 wurde Oberscheidweiler Filiale von Niederscheidweiler.

Der Kirchenbau

Das genaue Jahr der Erbauung der Kapelle in Oberscheidweiler ist nicht bekannt. In der Pfarrchronik Niederscheidweiler, S. 5v ist hierüber zu lesen:

„Im Jahre 1869 ließ die Gemeinde Oberscheidweiler die daselbst befindliche Kapelle im Äußeren restaurieren resp. vergrößern, welche Restauration circa 500 Thaler kostete. Auf Antrag der Gemeinde that Pfarrer Esch die nothwendigen Schritte, damit in der Kapelle Gottesdienst gehalten werden könne. Die Erlaubnis zur Benediction der Kapelle war Seitens der Bischöfl. General-Vikariates gegeben, und die Benediction Seitens des Herrn Definitor Clames von Laufeld am 27. April 1870 vorgenommen, wonach feierliches Hochamt. Patron der Kapelle, der hl. Rochus und die hl. Catharina. Für die innere Einrichtung der Kapelle zum Gottesdienst gab die Gemeinde an freiwilligen Beiträgen circa 67 Thaler, ferner eine Familie 12 Thaler; den Schrank sowie verschiedene andere Artikel ließ der jetzige Ortsvorsteher Peter Schäfer auf seine Kosten machen, die Mehrkosten will die Gemeinde aus Geldmitteln decken.“

Im Juni 1937 wurde die Kapelle von Oberscheidweiler nach einem Vorschlag des Kirchenmalers Gottwald aus Bonn durch Anstreicher Geduldig aus Wittlich neu gestrichen. Aschermittwoch 1938 erhielt die Kapelle in Oberscheidweiler einen neuen Kreuzweg, der von 14 Familien gestiftet wurde. Die Bilder des Künstlers Fugel wurden von der Familie Schulien in Düsseldorf geliefert. (Pfarrchronik Niederscheidweiler, S. 117v).

Am 9./10. März 1942 wurde die Rochusglocke aus der Kapelle Oberscheidweiler ausgebaut. Sie sollte zu Kriegszwecken eingeschmolzen werden. Alle alten Männer des Dorfes läuteten nacheinander über eine Stunde zum Abschied. (Pfarrchronik, S. 118)

Im Winter des Jahres 1958 ließ die Kirchengemeinde eine elektrische Nachtspeicherheizung in der Kapelle einbauen. Gleichzeitig wurde der Altarraum renoviert. Der barocke Holzaltar musste entfernt werden, da das Holz durch Feuchtigkeit sehr schadhaft und zum Teil morsch geworden war. Durch eine Drainage entlang der nördlichen Außenwand erfuhr die Kapelle eine wohl nicht endgültig befriedigende Trockenlegung. (Pfarrchronik, S. 121)

Im Jahre 1973 erfolgte eine gründliche Renovierung der Kapelle Oberscheidweiler. Man nahm den Dachreiter herunter und montierte einen neuen Glockenstuhl. Während dieser Zeit war im Gemeindesaal eine Notkirche eingerichtet. Am 10 Dezember 1973 wurde der alte, restaurierte Hochaltar in der Kapelle aufgestellt. Im Jahre 1974 erhielt die Kapelle einen neuen Außenanstrich und man gestaltete den Kirchenvorplatz neu.